Josephine Ortleb (SPD): Shell-Jugendstudie beweist: Mehr Engagement für die Demokratie- und Erinnerungsarbeit notwendig. Neues Bundesprogramm soll populistischen Einstellungen entgegensteuern.

Die Saarbrücker Bundestagsabgeordnete Josephine Ortleb (SPD) blickt mit Sorge auf die Ergebnisse der heute veröffentlichten Shell Jugendstudie. Demnach sind im Vergleich zur Vorgängerstudie mehr Jugendliche empfänglich für populistische Positionen und Verschwörungstheorien.

„Die Shell-Jugendstudie zeigt, dass bei Jugendlichen im Alter von 12 und 27 Jahren die Empfänglichkeit für populistischen Positionen gestiegen ist. 68% gaben an, dass man in Deutschland nicht mehr frei seine Meinung äußern dürfte und rund ein Drittel ist der Meinung, dass die deutsche Gesellschaft vom Islam unterwandert wird. Diese Entwicklung ist besorgniserregend und gefährlich für die gesamte Gesellschaft“, so Josephine Ortleb.

 „Wir brauchen deshalb mehr Engagement bei der Demokratie- und Erinnerungsarbeit in Deutschland. Die Studie beweist, dass es richtig ist, dass wir uns im Ausschuss für Familie, Frauen, Senioren und Jugend des Deutschen Bundestages diese Woche mit der Förderung der Erinnerungsarbeit in Deutschland beschäftigen und ein neues Bundesprogramm auf den Weg bringen. Mit Bundesprogramm „Jugend erinnert“ werden wir die Wissensvermittlung über Wirkung  und Folgen von Diktatur und Gewaltherrschaft stärken und so den wachsenden populistischen Tendenzen in der Jugend entgegensteuern“, so Ortleb weiter.

„Mit dem kommenden Bundesprogramm alleine kann man es jedoch nicht bewenden lassen. Vielmehr braucht es ein Zusammenspiel von Bund, Land und Kommunen, hin zu einem gemeinsamen Aktionskonsens in Sachen Populismus. Im Bund kämpfe ich daher für ein Demokratieförderungsgesetz, welches mehr Förderung für zivilgesellschaftliche Akteure zulässt sowie in den Haushaltsberatungen für mehr Geld in der Demokratieförderung. Hier sind auch die Länder gefragt finanzielle Ressourcen für die Demokratie- und Erinnerungsarbeit zu schaffen, denn Populismus ist keine alleinige Bundesangelegenheit“, so Ortleb abschließend.