Der Sportschuh drückt – Sportvereine nicht aus dem Blick verlieren

Der Sportschuh drückt – Sportvereine nicht aus dem Blick verlieren

Am gestrigen Abend habe ich zu einer digitalen Veranstaltung der SPD-Bundestagsfraktion in Saarbrücken einladen können. Dafür konnte ich einen besonderen Gast gewinnen und zwar den sportpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Mahmut Özdemir. Unter dem Titel „Wo der Sportschuh drückt!“ kamen wir mit vielen Vereinen aus Saarbrücken, Völklingen, Püttlingen, Großrosseln, Riegelsberg und Kleinbittersdorf ins Gespräch.

Die Corona-Pandemie hat unser Zusammenleben verändert. Dies gilt auch für den Sport – insbesondere den Breiten- und Amateursport. Wenn Sportstätten nicht zugänglich sind, wenn die Abstands-regeln Teamsport verhindern und wenn Trainingspläne über Monate im Verzug sind, dann hat das Auswirkungen auf den Zusammenhalt der Vereine und das Wohlbefinden und die Lebensfreude der Vereinsmitglieder.

Es ist deutlich geworden, dass die Sportvereine in Saarbrücken und dem Umland die volle Aufmerksamkeit der politisch Verantwortlichen brauchen. Denn in den letzten Monaten haben die Ehrenamtlichen hinter den Kulissen viel Arbeit geleistet, haben Nerven geopfert und versucht, die Mitglieder bei der Stange zu halten. Dafür respektiere ich die Leute sehr. Die Vereine stehen zudem vor der Herausforderung wenige Neumitglieder zu verzeichnen: Neben höheren Kosten bei den Betreuungskosten, aber auch mit einem zu erwartenden Mitgliedschwund, äußerten viele Vereine, dass sie sich einfach nur allein gelassen fühlen.

Mir ist bewusst geworden, dass wir hier zeitnah mit entsprechenden Konzepten und Kampagnen ansetzen müssen, auch mit finanziellen Hilfen. Viele der Vereine sind mit entsprechenden Hygienekonzepten gut vorbereitet, deswegen finde ich es wichtig, dass kein Misstrauen gegenüber der Vereinsarbeit und einem möglichen Infektionsgeschehen im Sportbereich, gerade im Freien, geschürt wird. Daher bin ich überzeugt, Jugendsport in einer mittleren Gruppengröße muss zeitnah wieder möglich sein. Wir können nicht mehr vermitteln, wenn sich Bundesligastars im Fernsehen auf dem Rasen umarmen, jedoch die Kinder der F-Jugend in Saarbrücken nicht auf die Anlagen dürfen. Sport muss uns etwas wert sein, weil Sport Werte und Zusammenhalt schafft. Und für mich ist klar, dass ich weiter mit den Vereinen in Kontakt bleibe, sie vor Ort besuchen werde, wenn es die Pandemie zulässt, und weiter ansprechbar sein werde.